Shiatsu Jacqueline Bale - Diplom Shiatsu Praktikerin - Münster
Erklärung

Shi-atsu bedeutet wörtlich „Finger-Druck“.

Shiatsu ist eine Akupressur-Massage am bekleideten Körper, die sich an den Meridianen orientiert. Doch mehr als das ist Shiatsu ein in sich geschlossenes, vollständiges System energetischer Körperarbeit!
Durch die Berührung des Körpers und seines Energiefeldes wird blockiertes, in seiner Zirkulation stagniertes Ki, erspürt und bewegt. Ein wieder angeregtes Ki wirkt nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern es unterstützt den Menschen in seiner körperlichen und geistigen Gesamtheit, indem es beide in einen harmonischen Einklang bringt.

Mit unterschiedlichen Techniken gehe ich auf das ein, was mir begegnet: Meine Handflächen, Daumen, Ellbogen sind meine Werkzeuge. Sanftes Bewegen der Gelenke, einfühlsame Dehnungen, reines Halten, feines Schütteln sind Elemente einer Shiatsu-Behandlung.
Shiatsu wird traditionell auf einer dicken Baumwollmatte auf dem Boden ausgeführt, ist aber auch in der Sitzposition oder auf der Liege möglich.


Ursprung und Einflüsse

Der Begriff Shiatsu wurde vor ca. 90 Jahren in der jetzigen Bedeutung geprägt: Tenkai Tamai hat seiner therapeutischen Massage diesen Namen gegeben, um sich deutlich von den traditionellen Massageformen wie Tuina, Anma und dem Do-In, der Selbstmassage, abzugrenzen.
Diese alten Massageformen haben ihren Ursprung in Japan und wurden von dem Wissen der Chinesischen Medizin, das bereits vor etwa 1500 Jahren nach Japan kam, maßgeblich beeinflusst. Leider waren sie teilweise in Vergessenheit geraten oder waren mit dem Einzug der westlichen Medizin zu reinen Wohlfühlmassagen degradiert. Tenkai Tamai hat dem alten Wissen um Shiatsu neues Leben eingehaucht.
Es wurde ständig weiterentwickelt, unter anderem von Shizuto Masunaga. Der Shiatsu-Stil, den wir hier in Europa kennen, ist stark von ihm geprägt. Aber es gibt natürlich viele verschiedene Stile und Ausrichtungen. Gerade in den letzten zehn Jahren hat es viele neue Einsichten und Bewegung gegeben.


Die Haltung, das Besondere an Shiatsu

Als Praktizierende ist meine innere und äußere Haltung sehr wichtig. Meine Shiatsu-Lehrerin Brigitte Ladwig sagte mir zu Beginn der Ausbildung: „Shiatsu ist nichts tun.“ Zunächst führt das zu Verwirrung und das wahre Verständnis entwickelt sich erst nach Jahren.

Was bedeutet das? Unter anderem bedeutet es, dass ich als Shiatsu-Gebende nichts verändern will. Vielmehr fühle und beobachte ich mit Staunen, was da ist, schenke Aufmerksamkeit, unterbreite mit der Berührung ein Angebot. Und da es keine schnellere Bewegung als die von Energie gibt, erhalte ich unmittelbar eine Reaktion, eine Antwort. Das Nichts-Tun meint also, auf die Reaktion des Shiatsu-Empfangenden zu warten und die Veränderung zu beobachten, sie durch gezielte Techniken, die ich möglichst intuitiv einsetze, weiter zu stützen.
Sie aktiv voranzutreiben, würde eine Veränderung nach dem Willen des oder der Gebenden herbeiführen. Das Nichs-Tun als Leitmotiv meiner Shiatsu-Arbeit ist das Zusammenspiel, dass sich aus Reaktion des Empfangenden und Intuition des Gebenden entwickelt.

Nicht dem Kopf, sondern der Intuition und einer größeren Kraft zu vertrauen, ist zunächst kein gewohnter, aber dann ein einfacherer, guter und lohnender Weg.

Um die Wahrnehmung zu unterstützen, ist es wichtig, im täglichen Leben achtsam zu sein. Dies bedeutet, mich gesund zu ernähren und weitestgehend auf stimulierende Substanzen wie Alkohol und Koffein zu verzichten, denn sie beeinflussen und trüben die Wahrnehmung.
Eine Mischung von Körperübungen wie Meridian-Dehnübungen, „Makko-Ho“, Yoga, Tai-Chi, Qi-Gong helfen mir, Körper und Geist in Einklang zu bringen und mich auf meine Shiatsu-Arbeit vorzubereiten. Sie dienen mir auch allgemein ausgeglichen und gesund zu bleiben.

Der Erfahrungsaustausch mit befreundeten Shiatsu-Praktikern, selbst Shiatsu zu bekommen, und alternative Formen der Heilarbeit zu erfahren, sind wichtige Bestandteile meiner persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.


Wissenschaftliche Forschung – Beweisbarkeit - Entwicklung
in der Zukunft


Seit neuestem gibt es auch wissenschaftliche Forschungen zu der Wirkung von Methoden, die mit Berührung arbeiten.
Biologen, Bio-Physiker und Physiker tragen dazu bei, dass körperenergetische Medizin entmystifiziert wird. Die Ergebnisse dieser Forschungen legen nahe, dass das elektromagnetische Feld des Körpers, bestehend aus Wellen, die kohärent und kommunikativ zusammenwirken, eine größere Rolle in der Gesundheit spielen als bisher angenommen. Ist im Organismus das Photonenfeld nicht kohärent und die Kommunikation gestört, können je nach Ausprägung der Disharmonie Krankheiten auftreten. Meridiane kann man in diesem Zusammenhang als besondere Kanäle betrachten, durch die Information im elektromagnetischen Wellenbereich im Idealfall ungehindert fließen. Mit einer Infrarotkamera sind Aufnahmen von Meridianen entstanden, die zuvor durch Moxibution, also Wärmereiz, sichtbar gemacht wurden.

Es sind unter anderem Shiatsu-Lehrerinnen und -Lehrer wie Pauline Sasaki, Cliff Andrews und Dr. Patrizia Stefanini, die Verbindung zur Quanten-und Biophysik sehen, und die Forschung in Bezug auf die energetische Körperarbeit begleiten und befruchten.

Wir, die Shiatsu ausüben, und diejenigen, die es empfangen, wissen, dass es funktioniert, können aber noch nicht vollständig erklären, warum. Noch hinkt die Wissenschaft hinterher. Ich denke, dass die Wirkung von Shiatsu und anderen Methoden bald auch beweisbar sein wird. Es gibt erste Schritte von Ärzten, die verstanden haben, dass es oft nicht sinnvoll ist, Schulmedizin und komplementäre Methoden strikt zu trennen. Zumal die komplementären Methoden kostengünstig und nachhaltig sind und eine gesunde Lebensweise unterstützen. Es ist noch ein weiter Weg, der geebnet werden muss. Zunächst einmal müssen alternative Methoden wie Shiatsu bekannter und als wirksames Mittel anerkannt werden.
Erst wenn immer mehr Menschen von Shiatsu überzeugt sind, wird es auch mehr in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses und der Forschung rücken. Shiatsu hierzulande bekannter zu machen, ist eines der vielen Anliegen der Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland kurz GSD.